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Mai 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mitten im Frühjahr geben wir schon einmal einen Ausblick auf Herbstnovitäten des austernbank verlags, der edition.fotoTAPETA, der edition Körber-Stiftung, des kunstanst!fter verlags und des Verlagshaus' Berlin.

Mit einem freundlichen Gruß von

Kirchner Kommunikation

Arnaud Dudek: Strand am Nordpol (austernbank verlag, ET Oktober 16)

Der Zufall in Form einer Digitalkamera ist der Auslöser für den Roman: Durch Françoise erhält der 30 Jahre jüngere Jean-Claude seinen verlorenen Fotoapparat zurück. Der junge, arbeitslose Vater revanchiert sich bei der lebenslustigen Dame mit einem Crashkurs in modernen Medien, ein Gläschen Porto bricht das Eis zwischen ihnen – die beiden entdecken schnell ihre gemeinsame Wellenlänge. Doch hat das ungleiche Duo eine gemeinsame Zukunft? Arnaud Dudek verwandelt die Zufälle des Alltags mit seinem spielerischen, schelmischen Ton zu leuchtenden Momenten des Lebens. »Strand am Nordpol« ist das erste Buch des französischen Erfolgsautors, das ins Deutsche übersetzt wird (aus dem Französischen von Bettina Deininger). Zu dieser Geschichte wurde Dudek durch eine Begegnung im Zug inspiriert: Er bemerkte bei einem mitreisenden Herrn im eleganten Dreiteiler eine auffällige Tätowierung und stellte sich die Frage nach den vielen Gesichtern eines Menschen und den versteckten Lebensläufen hinter einer Existenz.

Ludwik Hering: Spuren (edition.fotoTAPETA, ET September 16)

Ludwik Hering (1908–1984) war Autor, Theaterregisseur, Schauspieler, Bühnenbildner und ein wichtiger Freund und Mentor des Dichters und Theatermachers Miron Białoszewski. »Ludwik Hering ist immer noch ein Unbekannter«, heißt es in der Einführung zur polnischen Originalausgabe von »Spuren« (»Ślady«), 2011 bei Czarna Owca erschienen. Hering schrieb nur diese drei Erzählungen, die vom Leben an der Grenze zum Warschauer Ghetto, von der Alltäglichkeit der Vernichtung erzählen. »Er selbst hatte die Entscheidung getroffen, in den Schatten zu treten«, heißt es in der polnischen Ausgabe. Die Erzählungen von Ludwik Hering erscheinen nun erstmals auf Deutsch, aus dem Polnischen übersetzt von Lothar Quinkenstein.

Michael Richter: Neue Heimat Deutschland. Zuwanderung als Erfolgsgeschichte (edition Körber-Stiftung, ET 10. Oktober 16)

»Wir schaffen das«, hatte die Kanzlerin verkündet, und bei so viel Optimismus setzte der deutsche Abwehrreflex unverzüglich ein: »Vielleicht. Aber wie?« – Indem wir weitermachen, wie wir im letzten Jahr begonnen haben, erklärt der Filmemacher und Autor Michael Richter. Noch ist unklar, wie viele Flüchtlinge in Deutschland bleiben werden, doch viele Fragen müssen jetzt beantwortet werden: Wie und wo sollen sie lernen, wohnen, arbeiten? Wie können sich Zuwanderer und aufnehmende Gesellschaft annähern? Fest steht: Wir brauchen tragfähige Konzepte, die nicht die Fehler der »Gastarbeiter«-Jahre wiederholen. In einer Mischung aus Reportagen, Interviews und Analysen nähert sich Michael Richter konkret und inspirierend dem Thema Integration. 2016 werden sich die Diskussionen um einen guten Umgang mit Geflüchteten weiter zuspitzen: Richters Buch ist hierzu ein unverzichtbarer Debattenbeitrag.

Christina Röckl (Illustration) & Nathalie Chaix (Text): Grand Nu Orange (Arbeitstitel, kunstanst!fter verlag, ET Mitte Oktober 16)

Auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens begegnet Nicolas de Staël 1953 der jungen Jeanne – sie wird zur letzten Muse des französischen Malers. Beide, gebunden und mit Familie, verlieben sich ineinander und stürzen sich in eine Affäre, die nicht sein darf und daher umso verlockender ist. Gewissensbisse plagen die eine, bedingungslose Verliebtheit und Kopflosigkeit beherrschen den anderen – de Staël verlässt seine schwangere Frau und seine drei Kinder; Jeanne hingegen versucht, die Beziehung zu beenden. Ausgehend von den historischen Ereignissen und unter Einbindung von Briefen aus de Staëls Korrespondenz erzählt Nathalie Chaix in ihrem Roman die Geschichte dieser zerstörerischen Liebe und zeichnet die letzte Schaffensphase des Künstlers nach. Die Leipziger Illustratorin Christina Röckl hat den poetischen Text mit eindringlichen Bildern versehen, die die verschiedenen Facetten des Lebens und Schaffens von de Staël sichtbar machen. Aus dem Französischen von Lydia Dimitrow.

Lea Schneider (Hrsg.): CHINABOX. Neue Lyrik aus der Volksrepublik China (Verlagshaus Berlin, ET 01. Oktober 16)

Mehr als zwanzig Jahre ist es her, dass die letzte repräsentative Sammlung chinesischer Lyrik in Deutschland erschienen ist. CHINABOX öffnet erstmals wieder das Fenster zu einer Lyrikszene, die so lebendig und groß ist wie die Volksrepublik selbst: Zwölf zeitgenössische Lyriker_innen, zwölf völlig verschiedene Stile und Stimmen, knapp 100 Gedichte, zweisprachig, von Yimeng Wu illustriert und opulent gedruckt, mit Übersetzungen von Lea Schneider, die den Originalen in Gegenwärtigkeit und Frische in nichts nachstehen. Niemals zuvor ist chinesische Gegenwartskultur – jenseits exotistischer Klischees – einem deutschen Publikum so auf Augenhöhe begegnet.

Lea Schneider lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Berlin. Ihr Debütband »Invasion rückwärts« wurde u. a. mit dem Dresdner Lyrikpreis ausgezeichnet. Nach einem Studium der Komparatistik und Sinologie in Berlin, Shanghai und Taipei kuratierte sie für das poesiefestival berlin 2015 einen mehrtägigen Schwerpunkt zu chinesischer Lyrik; ihre Übersetzungen chinesischer Gedichte erschienen u. a. im Magazin der Bundeskulturstiftung und auf lyrikline.org.