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2. Europäische Schriftstellerkonferenz in Berlin feierte Europas Vielfältigkeit und lud zum Austausch

»Die Europäische Schriftstellerkonferenz 2016 hat deutlich gemacht: Grenzen lassen sich überwinden, kulturell genauso wie in der Politik«, so Frank-Walter Steinmeier über die Konferenz, die am 9. und 10. Mai unter dem Motto »GrenzenNiederSchreiben« in Berlin stattfand und über 300 Besucher*innen anlockte.

Im Rahmen von fünf Podiumsdiskussionen und der Langen Nacht der Europäischen Literatur boten 29 Schriftsteller*innen aus 29 Nationen einen neuen Blick auf Europa und Europas Zukunft. »Die Vielfalt der Kulturen – das ist der wahre Reichtum Europas«, sagte der Schweizer Schriftsteller Jonas Lüscher. »Europa ist ein Archipel voller Wortbrücken«, fasste die estnische Lyrikerin Doris Kareva Trennendes und Verbindendes zusammen. Über ein Europa, in dem wieder Grenzzäune gebaut werden, über Zensur, Demokratie, Exil, Sprachverlust und -gewinn sowie über den Beitrag der Literatur zu einem reflektierten Sprachgebrauch diskutierten u. a. Najet Adouani (Tunesien), Kefah Ali Deeb (Syrien), Eugenijus Ališanka (Litauen), Priya Basil (Großbritannien), György Dragomán (Ungarn), Yavuz Ekinci (Türkei), Josef Haslinger (Österreich), Shumona Sinha (Frankreich) und Zmicier Vishniou (Belarus) in der voll besetzten Akademie der Künste am Pariser Platz.

»Die europäische Literatur kann nur dann vielfältig, reich und stark sein, wenn sie nicht bloß aus den sogenannten großen Sprachen/Literaturen besteht, sondern aus den literarischen Stimmen jeder einzelnen Autorin und jedes einzelnen Autors in Europa, den Stimmen der Minderheiten, der Migranten, der anderen und überhaupt auch aus dem Anderssein«, erklärt Lidija Dimkovska (Mazedonien) im Manifest der Europäischen Schriftstellerkonferenz 2016. Das Manifest versammelt Stimmen der beteiligten Autor*innen und macht sie für die Öffentlichkeit zugänglich. »Mit Kunst und Kultur trotzen wir den Widrigkeiten und bauen Brücken zwischen den Völkern. Dies ist eine Verantwortung, die Künstler und Politiker in Europa und Umgebung teilen«, erklärt z. B. Najet Adouani (Tunesien). »Europa erinnert mich an den Don Quijote der Renaissance. Seine hehren Ziele und Projekte befinden sich oft im Widerstreit mit der rauen Wirklichkeit und sogar mit den Naturgesetzen. Ein wunderbarer Protagonist für die Literatur und ein unerschöpflicher Stoff für einen Schriftsteller – für Europas Sancho Panza«, schreibt Eugenijus Ališanka (Litauen).

Die Lange Nacht der Europäischen Literatur im Deutschen Theater feierte die kulturelle und sprachliche Vielfalt Europas. Gelesen wurde Literatur aus Griechenland, Island, Italien, dem Kosovo, Mazedonien, Serbien, der Slowakei, Tschechien und der Ukraine – eine eindrucksvolle  Demonstration europäischer Vielstimmigkeit. Es lasen und performten u. a. Jana Beňová, Paolo Giordano, Dragana Mladenović, Jeton Neziraj, Jaroslav Rudiš, Sjón und Serhij Zhadan.

Das Manifest der Europäischen Schriftstellerkonferenz 2016 finden Sie hier.