Kirchner PR

Zurück zur Übersicht

Newsletter

MAI 2022

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

»Die Vielfalt unserer Gesellschaft muss in den Köpfen ankommen«, sagt Annette Michael, die Verlegerin des Orlanda Verlags, die wir Ihnen in diesem Newsletter vorstellen. Außerdem legen wir Ihnen das interdisziplinäre Festival »Frequenzen. Feminismen global«, das von 19. bis 21. Mai in Berlin stattfindet, und zwei Ausstellungen, die in »Schliemanns Welten« eintauchen lassen und »Lust am anderen Theater« machen, ans Herz.

Herzliche Grüße
Kirchner Kommunikation

AUSGEZEICHNET UND AUSGESCHRIEBEN

»Das wird unsere Stadt« (Edition Körber) von Patrizia Nanz wurde unter die »Sachbücher des Monats Mai 2022« gewählt, gekürt von Die Welt/WDR 5/Neue Zürcher Zeitung/ORF-Radio Österreich 1.

Cynthia Häfligers Graphic Novel »Fremde Blicke« (kunstanstifter) wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum »Buch des Monats« Mai gewählt.

DAS IST ...

Annette Michael, Verlegerin des Orlanda Verlags:

»Die Vielfalt unserer Gesellschaft muss in den Köpfen ankommen« schreiben Sie in Ihrer Herbstvorschau. Ist das Ihr täglicher Antrieb, um Bücher zu machen?

Es geht uns darum Bücher zu verlegen, die uns die Welt besser kennenlernen lassen, um zu mehr Verständnis und Solidarität beizutragen. Wir möchten mit unserem Programm dem Diskurs für eine positive Weiterentwicklung der Welt ohne Vorurteile und vorgefertigte Meinungen eine Bühne geben – über Herkunft, Weltbild, Geschlechtsidentitäten und Hautfarbe hinweg. Wir möchten aber auch Menschen und Geschichten ein Gesicht geben, die normalerweise hinter den Schlagzeilen von Nachrichten „verschwinden“. Gerade ist unser syrisch-kanadischer Autor Danny Ramadan auf Lesereise hier, der in seinem Roman „Die Wäscheleinen-Schaukel“ einen Einblick in ein queeres Syrien gibt, aber auch in ein Leben im Bürgerkrieg und als Geflüchteter in Ägypten und dem Libanon, um ein Beispiel zu nennen. 

Anfang diesen Jahres waren Sie mit der kamerunischen Autorin Djaïli Amadou Amal auf Lesereise in Deutschland unterwegs – was waren die eindrücklichsten Erlebnisse?

Die ganze Reise war ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Ich habe viel gelernt über die Lebenssituation in Kamerun und in der Sahelzone. Beeindruckt hat mich die Konsequenz, mit der sie die Rettung ihrer Töchter vor der Zwangsehe anging, als ihr klar wurde, dass ihre Töchter dasselbe Schicksal ereilen würde, das sie selbst ertragen musste, wenn sie nichts unternimmt. Sie verließ ihre Familie, ging in den Süden und begann zu schreiben. Schließlich kam sie zurück in die Sahelzone mit einem gedruckten Buch in der Hand, als erste Autorin aus dieser Gegend. Heute studieren ihre Töchter und können sich aussuchen, wen sie heiraten wollen. Niemand hat mehr gewagt, sie zu etwas zu zwingen. Ihr Buch „Die ungeduldigen Frauen“ ist inzwischen Pflichtlektüre in den Oberstufen der Schulen in Kamerun. Das beweist: Literatur kann die Welt verändern. Ich freue mich deshalb um so mehr, dass sie gerade in Frankreich zur Autorin der Jahres 2021 gewählt wurde, als erste Frau des afrikanischen Kontinents.

Sie sind der Verlag des türkischen Autors Barbaros Altuğ und veröffentlichen seine Bücher nicht nur in deutscher Übersetzung, sondern auch auf Türkisch. Wie kam es dazu?

Barbaros Altuğs Roman „es geht uns hier gut“ wurde in der Türkei veröffentlicht und war dort sehr erfolgreich. Die Publikation seines zweiten Romans „Sticht in meine Seele“ war nicht mehr möglich. Es geht darin um den Genozid an den Armenier*innen aus der Sicht einer Nachgeborenen. Das ist in der Türkei nach wie vor ein Tabu. Wir haben uns dazu entschlossen, ihn auf Türkisch zu veröffentlichen, um ihn der türkischsprechenden Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Herbst wird bei uns der dritte Band seiner Exil-Trilogie erscheinen, unter dem Titel „Ausländer“. Falls sich kein Verlag in der Türkei findet, würden wir auch dieses Buch auf Türkisch veröffentlichen. Trotzdem hoffen wir sehr, dass sein Werk über kurz oder lang wieder in der Türkei erscheinen kann.


Foto: © Orlanda Verlag

DAS KOMMT

SEHENS-, HÖRENS- UND LESENSWERT

BESUCHENSWERT

  • Am 11. Mai um 20 Uhr präsentiert Franziska Hauser ihren neuen Roman »Keine von ihnen« (Eichborn Verlag) im Berliner Pfefferberg Theater, Tickets hier.
  • Ab 13. Mai ist in der James-Simon-Galerie und im Neuen Museum Berlin die Ausstellung »Schliemanns Welten« zu sehen, die einen differenzierten Blick auf die schillernde Persönlichkeit Heinrich Schliemanns wirft und Einblick in das abenteuerliche Leben des Forschers gibt. Der Katalog zur Ausstellung erscheint am 13. Mai im Verlag E.A. Seemann.
  • Am 19. Mai um 20 Uhr stellt Roswitha Quadflieg im Gespräch mit Marko Martin im Roten Salon der Volksbühne ihren neuen Roman »Ihr wart doch meine Feinde« (Faber & Faber) vor.
  • Vom 19. bis 21. Mai 2022 veranstaltet das Goethe-Institut das interdisziplinäre Festival »Frequenzen. Feminismen global« in Berlin. Auf dem Pfefferberg-Gelände und in den Sophiensaelen öffnen sich drei Tage lang Resonanzräume für feministische Debatten und Bewegungen – multiperspektivisch, intersektional und divers. Aktivist*innen, Autor*innen, Medienschaffende, Performer*innen und Wissenschaftler*innen kommen zusammen, um die hier und anderswo geführten feministische Debatten mit neuen Perspektiven zu betrachten und Allianzen und Handlungsoptionen zu entwickeln. Auf dem Programm stehen Diskussionsrunden, Workshops, Performances, partizipative Formate, Lesungen, Musik und Filme.
  • Am 24. Mai ist Christina Röckl zu Gast im Literaturhaus Leipzig, um ab 19.30 Uhr über Buchkunst und ihre Neuerscheinung »Ar-Ar und Bobo"« (kunstanstifter) zu sprechen.
  • Am 27. Mai startet die Jubiläumsausgabe der Händel-Festspiele Halle, anlässlich des 100. Geburtstags der Festspiele widmet sich der reich bebilderte Band »Feuerwerk und Halleluja« aus dem Henschel Verlag sowohl dem Mythos Händel als auch der Geschichte des Festivals.
  • Bis 31. Juli ist im Deutschen Theatermuseum München die Ausstellung »Die Lust am anderen Theater« zu sehen, die die Entwicklung und Bedeutung der freien darstellenden Künste in München in den Blick nimmt. Der gleichnamige Begleitband zur Ausstellung ist soeben im Henschel Verlag erschienen.