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Dezember 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

von einer Ikone der britischen Popkultur über die »Beichte eines Mörders« bis hin zu einer Schauergeschichte der ersten weiblichen Literatur-Nobelpreisträgerin: Zum Jahresende legen wir Ihnen fünf Wiederentdeckungen aus den Verlagen AvivA, ebersbach & simon, Faber & Faber, Milena und von den kunstanstiftern ans Herz.

Frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht
Kirchner Kommunikation

Shelagh Delaney: A Taste of Honey (AvivA Verlag, gerade erschienen)
Die 1938 in einem Vorort von Manchester geborene Shelagh Delaney ist die einzige Frau unter den »Angry Young Men« der britischen Nachkriegsliteratur – und weit mehr als nur eine feministische Fußnote. Shelagh Delaney verkörpert eine neue, aufstrebende und radikale Autor*innen-Generation und auch den Zorn einer wirtschaftlich und kulturell vernachlässigten Schicht. Sie entwickelt sich zu einer Ikone der Popkultur im Vereinigten Königreich. Den Titelsong der Verfilmung ihres Theaterstücks »A Taste of Honey« coverten die Beatles, Porträts der Schriftstellerin zieren Plattencover der Band The Smiths, die sie in ihren Songtexten zitierte. Shelagh Delaneys Erzählungen und Stücke liegen nun gesammelt in der vollständigen Neu- bzw. Erstübersetzung von Tobias Schwartz vor.

Doris Lessing: Worum es wirklich geht. Stories (ebersbach & simon, bereits erschienen)
»Worum es wirklich geht« versammelt anlässlich des 100. Geburtstags von Doris Lessing eine Auswahl ihrer eindrücklichsten Erzählungen – bestens geeignet zum Wiederentdecken oder als Einstieg in das umfangreiche Werk der Literatur-Nobelpreisträgerin. Es geht um Liebe, Ehe und um das spannungsgeladene Geschlechterverhältnis, um Einsamkeit, aber auch Hoffnung, die der Liebe entspringen können. Lessings Kurzprosa überzeugt mit menschlicher Wärme, psychologischer Präzision und kritischem Humor.

Joseph Roth / Klaus Waschk (Ill.): Beichte eine Mörders, erzählt in einer Nacht (Faber & Faber, gerade erschienen)
Der renommierte Leipziger Verlag Faber & Faber hat nach fünfjähriger Pause seine Publikationstätigkeit wieder aufgenommen und knüpft unter der Leitung seines Mitbegründers Michael Faber an, wo er 1990 begonnen hat: Mit Belletristik, Kunstgeschichte und Kunst, vor allem aber mit hochwertig illustrierter Literatur. Anlässlich des 125. Geburtstags von Joseph Roth erschien sein Roman »Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht« erstmals bebildert. Eine ganze Nacht hindurch lauschen die Gäste des russischen Emigrantenlokals ›Tari-Bari‹ in Paris der Lebensbeichte Semjon Golubtschiks, der sich selbst einen Mörder nennt. Der Künstler Klaus Waschk setzt den Klassiker aus dem Jahr 1936 in Szene und greift in seinen mutigen wie verwegenen Zeichnungen die Macht des Bösen gekonnt auf.

Hertha Pauli: Jugend nachher (Milena Verlag, gerade erschienen)
Inspiriert von Berichten über einen Münchner Mordprozess gegen eine übriggebliebene HJ-Bande, schrieb Hertha Pauli im amerikanischen Exil ihren Roman »Jugend nachher« und legte damit einen finalen Kommentar zum Umgang mit der NS-Vergangenheit vor.
Irene, die Hauptfigur, ist 15, hat das KZ überlebt und kommt zurück in die Stadt. Dort muss sie rasch feststellen, dass sich an Hass und Misstrauen seitens der Bevölkerung nichts geändert hat. Niemand will von ihrer Zeit im KZ wissen. Man betrauert den verlorenen Krieg, fühlt sich vom Führer betrogen.
In der Pension ihrer Tante, in der Irene als unbezahltes Hausmädchen unterkommt und mit dem ungehemmten Fortleben der NS-Ideologie konfrontiert wird, ist ihre Lager-Vergangenheit die eigentliche Schande, die es zu verbergen gilt. Ebenso naheliegend ist es, dass die kriminellen Umtriebe einer übrig gebliebenen HJ-Gruppe unter der Schlagzeile »Missbrauchte Pfadfinderideale« Platz finden. Es ist genau jene Gruppe, der Michael, ein Junge, mit dem Irene sich im amerikanischen Lazarett angefreundet hat, angehört – und auch der junge Toni, in den sich Irene nach einigen geheimen Treffen verliebt hat. Toni will aussteigen aus der verschwörerischen organisierten Gruppe, in der ein skrupelloser »Führer« ein autoritäres Kommando führt. Die beiden wollen fliehen.

Roberta Bergmann (Illustration) & Selma Lagerlöf (Text): Herrn Arnes Schatz (kunstanstifter, gerade erschienen)
Die kunstanstifter präsentieren Selma Lagerlöfs Schauergeschichte »Herrn Arnes Schatz« in gänzlich neuem Gewand: Roberta Bergmann setzt die 1904 erstmals erschienene Erzählung mit kraftvollen Illustrationen in Szene, die vielfach ausgezeichnete Übersetzerin Maike Dörries hat den Text neu ins Deutsche übertragen.
Lagerlöfs Geschichte thematisiert die Unausweichlichkeit, für begangenes Unrecht sühnen zu müssen, und ist inspiriert von einem tatsächlichen Raubüberfall auf ein schwedisches Pfarrhaus im 16. Jahrhundert. Im Zentrum steht die junge Waise Elsalill, die bei dem Pfarrer Herrn Arne und seiner Familie ein neues Heim gefunden hat. Als drei Landsknechte auf der Flucht vor dem schwedischen König Herrn Arnes Haus überfallen und die Familie ermorden, ist Elsalill die Einzige, die sich verstecken kann und überlebt – erneut sieht sie sich ihrer Familie und ihres Heims beraubt. Der Versuch, nach diesem Erlebnis ein neues Leben anzufangen und alles hinter sich zu lassen, wird zum Scheitern verurteilt: Der Geist ihrer ermordeten Pflegeschwester sucht sie heim und offenbart ihr eine grausame Wahrheit.