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Februar 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Leipziger Buchmesse rückt näher! Wir laden herzlich zu den Lesungen, Interviews, Buchpräsentationen sowie Preisverleihungen mit folgenden Autorinnen und Autoren, Verlegerinnen und Verlegern ein.

Eine inspirierende Messe wünscht

Kirchner Kommunikation

Messedonnerstag und -freitag: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger präsentiert »Angst essen Freiheit auf. Warum wir unsere Grundrechte schützen müssen« (wbgTheiss)

Anlässlich des 70. Jubiläums des Grundgesetzes legt Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ein leidenschaftliches Plädoyer für dieses Fundament unserer Demokratie vor, das zugleich Liebeserklärung an die Freiheit und Verteidigungsschrift der Grundrechte ist. Die ehemalige Justizministerin macht deutlich, warum wir die Grundrechte brauchen und was auf dem Spiel steht, wenn sie nicht mehr ernst genommen werden. Ob es um das Asylrecht, den Schutz personenbezogener Daten oder um freie Meinungsäußerung geht: Wo Sicherheitsgefährdungen behauptet werden, heiligt der Zweck scheinbar jedes Mittel, aber Angst darf die Freiheit nicht zerstören. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger schildert nicht nur detailliert, wo aktuell die Freiheitsrechte gefährdet werden, sondern auch, was jeder einzelne tun kann, um sie zu schützen.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger stellt das Buch auf der Messe am 21. März um 12 Uhr im Literaturcafé (Halle 4, Stand B600) sowie am 22. März um 11 Uhr im taz-Studio (Halle 5, Stand H408) vor.

Messedonnerstag: Präsentation von Sandra Gugićs »protokolle der gegenwart« (Verlagshaus Berlin)

In ihrem Lyrikdebüt »protokolle der gegenwart« bewegt Sandra Gugić sich entlang der Oberflächen und Tiefenströmungen der Gegenwartssprache. Gugić greift in die Struktur der Sprache ein, transformiert Syntax, seziert Syntagma, schneidet Wortmaterial zusammen. Wenn der Wortstrom ins Stocken gerät, bricht die Oberfläche zu Wortketten auf, die in die Tiefenstruktur vordringen. So erzeugt Sandra Gugić dreidimensionale Wortnetze, in denen sie die Gegenwart einfängt und zu einem friendly wordfire transformiert. Darin verwebt sie alle denkbaren Diskurse der Gegenwart: Flucht, Gender, Heimat, Computerspiele, Nahrungsmittelverpackungen. Die Gewaltsamkeit der Sprache wird gleichzeitig ausgestellt und durchkreuzt. »protokolle der gegenwart« ist ein mitreißender Sprachstrom aus dem postkutschenzeitalter des individualismus, in dem Gugić in drei Kapiteln eine Karte der Gegenwart entwirft, von schreien zu schreiben.

Am 21. März liest die Autorin um 19 Uhr in der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig (Otto-Schill-Str. 4a, 04109 Leipzig) aus ihrem Gedichtband.

Messefreitag: wbg-Wissen!Preis: Bekanntgabe der Shortlist

Die Shortlist des mit 40.000 Euro höchstdotierten deutschen Sachbuchpreises »WISSEN! Der Sachbuchpreis der wbg für Geisteswissenschaften« wird verkündet. Fünf Titel bewerben sich um die Auszeichnung für einen herausragenden Beitrag zu den Geisteswissenschaften. Die Auszeichnung wurde zum 70-jährigen Bestehen der wbg (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) ausgelobt. Über den Sieger entscheiden die Mitglieder der wbg, der deutsche Buchhandel und eine hochkarätige Jury, der Hubert Wolf (Uni Münster) Sandra Richter (Literaturarchiv Marbach), Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin), Jürgen Kaube (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Peter Frey (ZDF) angehören.

Die Shortlist wird am Freitag, den 22. März, von 12.00 bis 12.30 Uhr auf der Leipziger Buchmesse im Forum Sachbuch (Halle 5 F401/G410) verkündet.

Messefreitag: Verleihung des Förderpreises der Kurt Wolff Stiftung an die edition.fotoTAPETA

Die edition.fotoTAPETA wird in diesem Jahr mit dem Förderpreis der Kurt Wolff Stiftung ausgezeichnet. In der Pressemitteilung begründet die Jury das mit dem Umstand, dass die edition.fotoTAPETA »seit gut einem Jahrzehnt das deutschsprachige Publikum durch Romane, Essays und Erzählungen mit der Geschichte und Lebenswelt seiner osteuropäischen, zumal polnischen Nachbarn vertraut macht.«

Am 22. März findet die Preisverleihung um 13 Uhr im Forum Die Unabhängigen (Halle 5, H309) statt. Um 20 Uhr folgt dann ein Verlagsabend in der Connewitzer Buchhandlung, bei dem der Autor Lothar Quinkenstein seinen Roman »Souterrain«  vorstellen wird.

Messefreitag: Buchvorstellung von Björn Franks »Zu Keynes passt das nicht. Vom Leben und Sterben großer Ökonomen« (Berenberg Verlag)

Vom Leben und Sterben großer Ökonomen erzählt Björn Frank in 12 spritzigen, kenntnisreichen und eleganten biografischen Miniaturen. Porträtiert werden unter anderem Jeremy Bentham, der »das größte Glück der größten Zahl« wollte, Friedrich List, der seinen letzten ökonomischen Triumph mit seinem Abschiedsbrief errang, und John Maynard Keynes, dessen fromme Lektüre kurz vor seinem Tod nicht zu seinem schillernden Leben passte. Wer glaubt, es bei der Spezies der Ökonomen mit drögen Geldvermehrern zu tun zu haben, wird eines Besseren belehrt: Es sind tragische, berührende, manchmal komische und geradezu romanhafte Lebensgeschichten – die oft genug mit einem erstaunlich passenden Tod enden. Und ganz nebenbei vermittelt Björn Frank äußerst unterhaltsam Grundlagen der Volkswirtschaftslehre.

Björn Frank ist am 22. März um 14 Uhr zu Gast am 3sat-Stand.

Messefreitag: Laura Freudenthaler liest aus »Geistergeschichte« (Literaturverlag Droschl)

Laura Freudenthaler knüpft mit »Geistergeschichte« an ihren vielbeachteten Debütroman »Die Königin schweigt« an. In dieser Eifersuchtsgeschichte, die wie eine Partitur anmutet, folgen wir der Protagonistin Anne immer tiefer in eine Welt der Spiegelungen und doppelten Böden, in der Wirklichkeit und Wahn ineinanderfließen.

In ihrem Sabbatjahr, das eigentlich dem eigenen Klavierspiel und Schreiben eines Lehrbuchs vorbehalten sein sollte, gerät Anne aus der Spur. Ihre Gewohnheiten lösen sich nach und nach auf, am Tag streift sie durch die Stadt und in der Nacht hält sie ihre Beobachtungen in einem Notizheft fest. In ihrer Wohnung, in der sie seit zwanzig Jahren mit Thomas zusammenlebt, fühlt sie sich zunehmend unwohl, nicht zuletzt, weil Thomas immer abwesender wird. Dass er sie betrügt, vermutet sie schon länger und nun taucht das Mädchen, wie Anne die Unbekannte nennt, als huschender, wispernder Geist auf. Geräusche und Erscheinungen sind nicht mehr eindeutig zuzuordnen.

Am 22. März stellt Laura Freudenthaler ihr Buch um 15.30 Uhr im Österreich-Kaffeehaus (Halle 4) vor.

Messefreitag und -samstag: Buchpräsentation von Alma M. Karlins »Einsame Weltreise« (AvivA Verlag)

»Es war eine ungemein stürmische Zeit, zu der Leute ohne Entzündung der Einbildungsnerven wohl zu Hause geblieben wären«, schreibt Alma M. Karlin 1928 über ihre abenteuerliche Weltumrundung, zu der sie 1919 aufgebrochen war. Abseits der für Europäer damals üblichen Pfade war Karlin acht Jahre lang durch fünf Kontinente gereist. Mit ihren Reiseerlebnisbüchern, die sie nach ihrer Heimkehr nach Cilli (slowenisch Celje) verfasst, wird sie zu einer der berühmtesten und meistbewunderten europäischen Reiseschriftstellerinnen.

100 Jahre nach Karlins Reiseantritt erscheint ihr erstes Reisebuch »Einsame Weltreise« neu im AvivA Verlag, herausgegeben und mit einem Nachwort von der Karlin-Biografin Jerneja Jezernik. Karlin beschreibt darin die ersten vier Jahre ihrer Weltreise: Von Europa aus fährt sie – ihre Schreibmaschine »Erika« im Gepäck – nach Südamerika, von dort weiter über Kalifornien und Hawaii nach Japan, dem erklärten Ziel ihrer Reise, und nach China. Es sind der ironisch-kritische Ton sowie Karlins Blick für den Alltag und die sozialen Gefüge der von ihr besuchten Länder, die ihren Bericht noch heute erstaunlich aktuell wirken lassen.

Am 22. März stellt die Verlegerin Britta Jürgs »Einsame Weltreise« um 16.30 Uhr zusammen mit der Karlin-Expertin Amalia Maček im Forum OstSüdOst (Halle 4) vor, am 23. März um 14.45 Uhr auf der taz-Bühne (Halle 5) im Gespräch mit der Herausgeberin Jerneja Jezernik sowie Doris Akrap (taz) und um 16.30 Uhr zusammen mit Jerneja Jezernik im Forum Die Unabhängigen (Halle 5).

Messefreitag: »Das Buch von der fehlenden Ankunft«: Buchvorstellung mit Lina Atfah (Pendragon Verlag)

Lina Atfahs Gedichte gleichen einem traumwandlerischen Tanz auf einer Rasierklinge: Hier Verse, die in präziser Bildhaftigkeit wie Schnappschüsse ihren Fokus auf die zerrissene und zerfetzte Heimat Syrien richten, auf Flucht, Vertreibung, Massaker und Verbrechen. Dort sinnliche Gedichte, die geradezu schwelgerisch vollgesogen sind von allerlei arabischen Mythen, Geschichten und Motivsträngen. Und über alldem: Eine junge poetische Stimme, die in ihrem Anspielungsreichtum ihresgleichen sucht.

Am 22. März liest Lina Atfah bei der UV-Lesung der unabhängigen Verlage um 20 Uhr im Lindenfels Westflügel. Im Gespräch mit dem Verleger Günther Butkus stellt sie ihr Buch zudem am Messesonntag um 14 Uhr im Forum Die Unabhängigen (Halle 5, H309) vor.

Messesamstag: Uwe Westphal: »Modemetropole Berlin 1836 – 1939. Entstehung und Zerstörung der jüdischen Konfektionshäuser« (Henschel Verlag)

Berlin war seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine Metropole für Konfektion und Mode. Junge Unternehmer – meist jüdischer Herkunft – siedelten sich hier an und investierten in kreative Entwürfe und innovative Produktionsweisen. In den 1930er Jahren zerstörten die Nationalsozialisten diese einzigartige Tradition: Viele hochangesehene jüdische Konfektionshäuser wurden »arisiert«, die Inhaber enteignet, vertrieben oder ermordet. Die Darstellung von Uwe Westphal macht sowohl das modische Berlin bis 1939 wieder lebendig als auch das begangene große Unrecht schmerzhaft deutlich.

Uwe Westphal präsentiert das Buch am Samstag, dem 23. März um 11.30 Uhr auf der Leseinsel Sachbuch + Buchkunst (Halle 3, B600) der Leipziger Buchmesse und um 19 Uhr im GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig.

Messesamstag: Maike Albath präsentiert »Trauer und Licht. Lampedusa, Sciascia, Camilleri und die Literatur Siziliens« (Berenberg Verlag)

Die Italienkennerin Maike Albath bietet mit ihrem neuen Buch einen Überblick über die Kulturgeschichte und die Literatur der brodelnden Mittelmeerinsel Sizilien, von der die entscheidenden Impulse zur Erneuerung der italienischen Literatur kamen. Ein Buch, das Reise- und Leselust zugleich macht: Sizilien brachte nicht nur den größten Erfolg der italienischen Nachkriegsliteratur (Giuseppe Tomasi di Lampedusas »Der Leopard«) hervor, sondern auch einen Theaterrevolutionär wie Luigi Pirandello, einen Aufklärer wie Leonardo Sciascia und einen Krimiautor wie Andrea Camilleri. Heute ist die Insel als Fluchtpunkt der Migration aus Afrika wieder ein Laboratorium der Zukunft.

Die in Berlin lebende Autorin Maike Albath hat mehrere Jahre in Italien verbracht und ist eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskultur. Für ihre Arbeit als Literaturkritikerin erhielt sie 2003 den Alfred-Kerr-Preis. Bei Berenberg erschienen bisher »Der Geist von Turin« (2010) und »Rom, Träume« (2013).

Maike Albath präsentiert ihr neues Buch am 23. März um 14.30 Uhr am Stand von MDR.

Messesamstag: Buchvorstellung von Dagny Juels »Flügel in Flammen« (Weidle Verlag)

Dagny Juel schreibt über radikale Gefühle, Ausweglosigkeit und Schuld und über die unbändige Macht der Liebe. Dabei steht zumeist die Frau im Vordergrund, die, im Gegensatz zur vorherrschenden Darstellung der Zeit, nicht unschuldig und passiv ist, sondern einen starken eigenen Willen hat und durchaus zum Bösen fähig ist. Aus dem Nachlaß Dagny Juels sind wenige Erzählungen, vier kurze Dramen und einige Gedichte erhalten. Bei allen steht das Gefühlsleben der Figuren im Vordergrund und die Liebe, die als gleichzeitig schaffende und vernichtende Kraft die Schicksale bestimmt.

An das literarische Werk Dagny Juels schließt ein ausführlicher und glänzender Essay von Lars Brandt an. Ausgehend von ihren Texten, zeichnet er das Bild einer Schriftstellerin, die von ihren Zeitgenossen auf ebenso hochfliegende wie widersprüchliche Weise beschrieben wurde. Stück für Stück fördert er die außergewöhnliche Persönlichkeit und die zerrissene Biographie Dagny Juels zutage.

Am 23. März stellt Lars Brandt das Buch um 19 Uhr in der Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Str. 50, 04229 Leipzig) vor.