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Juni 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

um es mit dem griffigen Slogan vom Verlagshaus Berlin zu sagen: Poetisiert euch! Hier unsere fünf Juni-Empfehlungen aus dem Berenberg Verlag, dem Literaturverlag Droschl, dem Susanna Rieder Verlag, dem Verlagshaus Berlin und von den kunstanst!ftern.

Mit freundlichem Gruß
Kirchner Kommunikation

Eliot Weinberger: »Neunzehn Arten Wang Wei zu betrachten« (Berenberg Verlag; ET: 29. Oktober 2019)
Auf so klare wie elegante Weise führt Eliot Weinberger in diesem originellen Buch die Schwierigkeiten (und die Notwendigkeit) von Übersetzung vor. Er präsentiert ein einziges kurzes Gedicht aus der Tang-Dynastie in unterschiedlichen Übersetzungen – von einer wörtlichen Aufschlüsselung der chinesischen Schriftzeichen bis zu freien zeitgenössischen Interpretationen amerikanischer Dichter und ausgewählten internationalen Übertragungen. »Eliot Weinbergers äußerst prägnante Kommentare«, schreibt der Nobelpreisträger Octavio Paz in seinem Nachwort, »zu den Übersetzungen dieses kleinen Gedichts von Wang Wei illustriert nicht nur die Entwicklung der Übersetzungskunst in der Moderne, sondern auch die Wandlung des poetischen Empfindens«.

Linda Wolfsgruber & Jorge Luján: »Der Garten der Formen« (kunstanst!fter; soeben erschienen)
Linda Wolfsgruber und Jorge Luján legen mit ihrem neuen Bilderbuch eine Hommage an die Poesie der Geometrie vor: Kreis, Raute, Sechseck, Trapez und viele andere Formen werden in Bild und Text in ihrer schönsten Gestalt präsentiert. Die vielfach ausgezeichnete Illustratorin Linda Wolfsgruber hat die humorvollen Verse von Jorge Luján mit einprägsamen Illustrationen versehen, Maria Hoffmann-Dartevelle hat die Gedichte aus dem Spanischen ins Deutsche übertragen.

Eva Maria Leuenberger: »dekarnation« (Literaturverlag Droschl, ET: 23. August 2019)
Eva Maria Leuenberger transportiert in »dekarnation« die Naturlyrik in unsere Zeit: die open-mike-Finalistin schreibt in vier Zyklen, die Themen und Motive verbinden, Zeilen, die aufwühlen und unter die Haut gehen. Die Texte vibrieren und pulsieren, die Worte beleben Tal und Moor, Schlucht, Bach und Wald. Wir erleben eine Vermenschlichung der Natur:

»der wind in den bäumen krallt / auf der haut, und nur die nacht / ist sicher / da sind die fenster offen: / atmen die luft, als wäre sie frei«

Mächtig, lebendig und immer in Bewegung zeigt sich die Natur. Klingt hingegen ein letztes Mal ein Laut, ob leise oder schreiend, aus dem Körper des Menschen, ist er bereits dabei, zu verstummen.
Wir hören den sprechenden Toten zu, deren Stimmen lautlos klingen und in die Stille der Natur dringen; wir betrachten Moorleichen – die Frau von Elling und den Tollund-Mann – und sehen ihre Körper nah beieinander in der Zeitlosigkeit liegen; ein Körper im Fluss findet langsam zur eigenen Hand, während Schicht für Schicht die Dekarnation voranschreitet; ein alleine durch das Tal wandernder Körper teilt dann im Fluss schwimmend das Wasser entzwei. Die Körper gehen ein in die Natur und werden von ihr absorbiert.

Bette Westera & Sylvia Weve: »Was macht das Licht, wenn es dunkel wird?« (Susanna Rieder Verlag; ET: September 2019)
War die Erde früher flach? Wie groß ist ein Schwarm Fische? Kann man durch die Zeit reisen? Mit viel Witz und Klugheit antworten Bette Westera und Sylvia Weve in ihrem neuen Buch »Was macht das Licht, wenn es dunkel wird?« auf jede Menge philosophische Fragen, die sich Kinder (und Erwachsene gleichermaßen) stellen. Ihre Antworten geben sie in Gedichtform und in Bildern, denn: Es gibt Fragen, die nicht nach einer einfachen Antwort, sondern nach einem Vers und nach einem Gemälde verlangen!
Nach »Überall & Nirgends« ist der von Rolf Erdorf ins Deutsche übertragene Gedichtband die zweite Veröffentlichung des erfolgreichen niederländischen Autorinnen-Illustratorinnen-Duos im Susanna Rieder Verlag. Altersempfehlung: ab 5 Jahren.

Alexander Graeff: »Die Reduktion der Pfirsichsaucen im köstlichen Ereignishorizont« (Verlagshaus Berlin, bereits erschienen)
In »Die Reduktion der Pfirsichsaucen im köstlichen Ereignishorizont« fragt Alexander Graeff, wie man in einer voreingestellten Welt zu einer eigenen Stimme findet. Graeff bleibt nicht bei der Frage stehen: Seine Sprache ist immer Rhythmus, immer körperlich. Sie ist der Raum, in dem wir spüren, dass es eine Welt schon vor uns gab. Und in der uns nichts anderes übrig bleibt, als die Sprache der Älteren zu dekonstruieren: »Vätergeschlechter waren immer / rostiger als der Zikadenklang der Brüder.« In diese Welt toxischer Männlichkeit geht Graeff hinein, ohne den Bankrott des Individuums zu erklären: »Mechan- / Ismen Lieder Utopien.« In drei Kapiteln durchspielt er Optionen von Rhythmus, Körper und Haltung. Das Gemachtsein durch die Welt verbindet Graeff mit Kulinarik – Sozialisation als aufwändiger Küchenakt. Im Sicheinverleiben wie in der Begegnung mit dem Fremden, etwa mit Tieren, kommen wir zu einem Ursprung, der nie einer war: »der Ursprung aller Fehler am / Norm- / system.«