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März 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Autobiografie einer Abenteurerin aus der slowenischen Provinz, literarische Diagnosen über Wladimir Putins Russland, die tragisch-komische Geschichte einer jüdischen Familie aus Polen und ein einzigartiges Zeugnis aus dem Sarajevo der sephardischen Juden – vier Novitäten laden zu einer literarischen Entdeckungsreise durch Osteuropa ein.

Mit freundlichem Gruß
Kirchner Kommunikation

Alma M. Karlin: Ein Mensch wird (AvivA Verlag; ET 15. März 2018)

Alma M. Karlin, 1889 im deutsch-slowenischen Cilli geboren, war zwischen den beiden Weltkriegen eine der meistbewunderten und -gelesenen europäischen Reiseschriftstellerinnen. Ihre Bücher »Einsame Weltreise« und »Im Banne der Südsee«, in denen sie von ihrer acht Jahre langen Reise durch fünf Kontinente erzählte, machten sie berühmt. 1930/31, auf der Höhe ihres Schriftstellerinnenruhms, schrieb Alma M. Karlin eine Autobiografie voller Witz und (Selbst-)Ironie über die ersten 30 Jahre ihres Lebens – zugleich eine kühne, humorvolle und kritische Betrachtung des beginnenden 20. Jahrhunderts. Alma Karlin starb 1950 arm und vergessen in der Nähe von Cilli. Erst seit der Unabhängigkeit Sloweniens 1991 wird sie allmählich wiederentdeckt. Ihre Autobiografie »Ein Mensch wird« erscheint nun erstmals auf Deutsch – herausgegeben und mit einem Nachwort von der Karlin-Biografin Jerneja Jezernik.

Maxim Ossipow: Nach der Ewigkeit (Hollitzer Verlag; ET 15. März 2018)

Maxim Ossipow, 1963 in Moskau geboren, ist praktizierender Arzt und Literat und wirft, wie einst seine Berufsgenossen Tschechow und Bulgakow, einen illusionslosen Blick auf die menschlichen Zustände seines Heimatlandes. In seinem Erzählband »Nach der Ewigkeit« zeichnet Ossipow ein präzises und gnadenloses Bild der russischen Provinz und der Menschen, die hier leben – von fliegenden Händlern und tadschikischen Gastarbeitern über neureiche Emigranten und ehemalige Geheimdienstler bis hin zu passionierten Theaterleuten und jüdischen Musikern. Die meisten seiner Erzählungen spielen in Tarussa, einer hundert Kilometer von Moskau entfernten Provinzstadt, wo Haltlosigkeit, abgrundtiefe Scheußlichkeit und Herzlichkeit unvermittelt nebeneinander wohnen.

Maxim Ossipows Bücher erschienen bislang in zwölf Sprachen, »Nach der Ewigkeit«, aus dem Russischen übertragen von Birgit Veit, ist seine erste deutschsprachige Publikation.

Mikołaj Łoziński: BUCH. Ein Familienroman (edition.fotoTAPETA; ET 15. März 2018)

Haarschneider, Kaffeemaschine, Schlüssel, Brille. Banale Alltagsgegenstände könnte man meinen. Doch Mikołaj Łoziński gelingt es, anhand dieser Dinge die Geschichte einer jüdischen Familie in Polen zu erzählen, die weit über den ganz normalen Alltag hinausgeht. Herausgekommen ist ein fröhliches Buch voller Tragik, denn es ist auch die Geschichte von Krieg und Verfolgung; Entbehrung und Exil. Über mehrere Generationen hinweg zeichnet der Autor mit zärtlicher Ironie das Bild einer auf den ersten Blick vielleicht zerrissenen, beim näheren Hinsehen aber eigentlich doch sehr eingespielten und liebevoll miteinander umgehenden modernen Familie.

2011 wurde Łoziński für »BUCH« mit dem polnischen Literaturpreis Polityka Passport ausgezeichnet. Nun erscheint der Familienroman in der Übersetzung von Marlena Breuer in der edition.fotoTAPETA auf Deutsch.

Isak Samokovlija: Der Jude, der am Sabbat nicht betet (Edition Büchergilde; ET 09. März 2018)

In diesem Frühjahr entführt die von Ilija Trojanow herausgegebene Reihe »Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte« in eine untergegangene Welt – jene der jüdischen Gemeinde in Bosnien. Die acht im Band versammelten Erzählungen schlagen einen Bogen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre und werfen Schlaglichter auf die wechselvollen Machtverhältnisse, denen eines gemeinsam ist: die Ausgrenzung und Verfolgung der Juden. Isak Samokovlija (1889–1955) lässt die jüdische Enklave Bosniens, die überwiegend aus Sepharden besteht, auferstehen. Die ärmlichen Lebensumstände seiner Figuren beschreibt er realistisch aber behutsam, sein besonderes Interesse gilt jedoch ihrem Denken und Fühlen. Samokovlija schlüpft in ihre Haut und erweckt sie zum Leben – mit all ihren Sehnsüchten und kleinen Freuden, die dem mühseligen Alltag abgetrotzt sind.

Werner Creutziger sowie Waltraud und Manfred Jähnichen haben die Erzählungen aus dem Serbokroatischen übersetzt, der bosnische Schriftsteller Dževad Karahasan hat den Band mit einem Nachwort versehen.