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Mai 2014

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei finden Sie einen ersten Ausblick auf einige der Bücher, die Sie im Herbst 2014 erwarten.

Mit einem freundlichen Gruß von

Kirchner Kommunikation

Ursula Muscheler: Gruppenbild mit Meister. Le Corbusier und seine Mitarbeiter (Berenberg Verlag; Ende August 14)

Das einsame Genie – für kaum einen Architekten der Moderne gilt diese Idee weniger als für Le Corbusier, einen der radikalsten und umstrittensten Vertreter seiner Kunst. Schon früh zog der Charismatiker junge Architekten aus aller Welt an. Rund 300 collaborateurs, die in seinem Atelier zeichneten, ihm in mageren Zeiten neue Aufträge verschafften und sein Erbe verwalteten. Ursula Muscheler, promovierte und praktizierende Architektin, stellt die wichtigsten von Le Corbusiers Mitarbeitern vor – darunter Oscar Niemeyer, Albert Frey und José Luis Sert – und verfolgt ihre Lebenswege parallel zu dem des Meisters. Ein vielfältiges, bebildertes und beeindruckendes Kaleidoskop der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts, das Architekten ganz unterschiedlicher Generationen und Herkunft vorstellt.

Husch Josten: Taft (Berlin University Press; September 14)

Für Daniel Taft ist mit einem Schlag alles anders: Sang- und klanglos von seiner gerade erst geheirateten Frau verlassen, gibt der Dreißigjährige die solide Karriere und das schöne Leben in Paris auf, zieht in Veronikas deutsche Heimatstadt, hofft und wartet dort auf ihre Rückkehr. Doch was zunächst ein Akt der Verzweiflung ist, erweist sich als Beginn einer beispiellosen Karriere mit ungeahnten Möglichkeiten. Nach »In Sachen Joseph« und »Das Glück von Frau Pfeiffer« erscheint im September mit »Taft« Husch Jostens dritter Roman.

Raija Siekkinen: Wie Liebe entsteht (Dörlemann Verlag; Mitte August 14)

Finnland ist Gastland der Frankfurter Buchmesse 2014 und Raija Siekkinen eine der wichtigsten Autorinnen des Landes. Mit »Wie Liebe entsteht« erscheinen zehn Erzählungen der Grande Dame der finnischen Kurzgeschichte, die allesamt Frauen in den Mittelpunkt stellen. Melancholisch und präzise, dabei vollkommen unsentimental, erzählen die Geschichten von Wendepunkten, Umbrüchen und Neuanfängen. Der Berliner Autor David Wagner, letztes Jahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, hat den Band mit einem Nachwort versehen.

Lola Shoneyin: Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi (Edition Büchergilde; September 14)

Für ihr Romandebüt erhielt Shoneyin, die Schwiegertochter Wole Soyinkas, u. a. den PEN Oakland/Josephine Miles Literary Award. In »Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi« beschreibt die nigerianische Autorin mit Witz und Scharfsinn die exotische Welt der Polygamie: Baba Segi führt in Ibadan (Nigeria) ein friedliches Dasein mit seinen drei Ehefrauen bis Gemahlin Nummer vier, die junge und studierte Bolanle, in die scheinbare Idylle eindringt und nicht nur die alte Hackordnung gefährdet, sondern auch die sorgsam gehüteten Geheimnisse ihrer Konkurrentinnen zu lüften droht. Der 13. Band der von Ilija Trojanow herausgegebenen Buchreihe »Weltlese« porträtiert eindrücklich die Zwänge der heutigen Gesellschaft Nigerias, in der eine unverheiratete Frau eine Randexistenz führt, ein Mann hingegen nur dann Wertschätzung erfährt, wenn er über mehrere Frauen und eine vielköpfige Kinderschar verfügt.

Zwei literarische Novitäten aus der Ukraine (edition.fotoTAPETA; Herbst 14):
Tanja Maljartschuk: Von Hasen und anderen Europäern. Geschichten aus Kiew
Natalka Sniadanko: Frau Müller hat nicht die Absicht, mehr zu zahlen

Tanja Maljartschuk, 1982 in Iwano-Frankowsk geboren, heute in Wien lebend, erzählt in ihrem Erzählband bittere Geschichten vom Leben in einer osteuropäischen Stadt. In »Von Hasen und anderen Europäern« bietet sie buchstäblich eine Zoologie der Großstadt. Tier um Tier nähert sie sich den Bewohnern der Stadt Kiew.

Die Reise in ein anderes Leben ist Thema des Romans der Lemberger Schriftstellerin Natalka Sniadanko. In »Frau Müller hat nicht die Absicht, mehr zu zahlen« verlassen zwei Frauen aus Lemberg ihre Stadt und ziehen in den Westen – die Arbeit dort (in fremder Leute Wohnungen), die Liebe (zueinander), die Historie (die immer wieder erzählt werden will) sind Themen ihres neuen Buches.

Dominique Anne Schuetz: Die unsichtbare Grenze (Europa Verlag Zürich;
21. Juli 14)

Ende des 19. Jahrhunderts wächst Andreas im abgelegenen Valsertal auf. Er ist nicht glücklich in der zutiefst katholischen und abergläubischen Gemeinschaft und verlässt das Dorf, sobald er kann, um in Zürich Mathematik zu studieren. Auch seine große Liebe Elfi lässt er zurück. In Davos trifft Andreas auf den vom Bösen besessenen Engländer Clifton und vertraut diesem eine Teufels-Sage aus seiner Heimat an – nichtsahnend, dass er damit sein Dorf und Elfi in Gefahr bringt … Dominique Anne Schuetz beschwört das Sagen- und Mythenhafte der abgeschotteten Dorfidylle herauf und schafft einen höchst atmosphärischen, spannenden Roman.

Cornelia Schleime: Das Paradies kann warten. Storys (Fuchs & Fuchs; August 14)

Cornelia Schleime, die als eine der bedeutendsten Malerinnen Deutschlands gilt, legt mit »Das Paradies kann warten« ihren ersten Erzählungsband vor: In 12 farbig bebilderten Kurzgeschichten erzählt die vielfach ausgezeichnete Künstlerin von Liebenden und Suchenden, vom Abschiednehmen und der Einsamkeit, von Sünden und Verirrungen. Die eindringlichen Erzählungen Cornelia Schleimes sind so dicht und unmittelbar geschrieben, dass sie in knappen Worten ganze Welten erschaffen.

Thomas Hampson: »Liebst du um Schönheit«. Gespräche mit Clemens Prokop (Henschel Verlag; Juni 14)

Als einer der bedeutendsten und gefragtesten Opern-, Konzert- und Liedsänger der Gegenwart ist der amerikanische Bariton Thomas Hampson regelmäßig an den führenden internationalen Opern- und Konzertbühnen zu Gast. Der Ausnahmekünstler gehört zu den wichtigsten Interpreten des deutschen romantischen Liedes sowie des amerikanischen Kunstliedes. Im Gespräch mit Clemens Prokop erzählt der kosmopolitische Künstler von seinen musikalischen Leidenschaften und seiner fast unbegrenzten Neugier auf die Welt.

Nina Jäckle / Franziska Neubert (Ill.): Warten (kunstanstifter verlag; September 14)

Franziska Neubert gestaltet Nina Jäckles Erzählung »Warten« neu: Die in verlorener Form gedruckten Holzschnitte der Leipziger Künstlerin bebildern treffsicher Jäckles skurrile Geschichte um einen jungen Mann, dessen Freundin einfach mit einem Na dann« aus seinem Leben verschwindet. Der Verlassene bleibt wartend in der gemeinsamen Wohnung zurück, zählt die Stunden und Minuten ohne die Geliebte und versucht seinem Alltag anhand der Geschehnisse in Haus und Hinterhof eine Form zu geben, bis er – nach Wochen des Ausharrens – endlich die Wohnung verlässt. Für ihre Illustrationen und Holzschnitte wurde Neubert u. a. mit dem Förderpreis der Hans-Meid-Stiftung und dem Anerkennungspreis der Ars Lipsiensis ausgezeichnet, von ihr gestaltete Werke wurden 2007 und 2010 von der Stiftung Buchkunst zu den »schönsten deutschen Büchern« gewählt.

Angela Stief (Hg.): Leigh Bowery: Verwandlungskünstler (Piet Meyer Verlag; Oktober 14)

Die weltweit erste umfassende Monografie zu dem großen Verwandlungs- und Performancekünstler Leigh Bowery legt die Kunstwissenschaftlerin Angela Stief anlässlich des 20. Todestags von Bowery (31. Dezember 2014) vor. Der australische Künstler gilt als legendärer Star der Londoner Untergrundszene der 1980er-Jahre – zeitlebens wehrte er sich gegen jede Kategorisierung, machte vor keinem Tabu halt und sprengte alle Konventionen. Der umfangreich bebilderte Band macht mit Beiträgen von Martin Gayford, Anne Marsh, Thomas Mießgang u. a. die Vielfalt von Bowerys Schaffen sichtbar und zeigt, wie stark er die Entwicklung der Performancekunst und des Modedesigns beeinflusste.

Sonya Winterberg: Besatzungskinder. Die vergessene Generation nach 1945 (Rotbuch; Oktober 14)

Trotz anhaltender Aufarbeitung erfährt das Schicksal der rund 400 000 Besatzungskinder, die nach Kriegsende aus Liebesbeziehungen oder Versorgungspartnerschaften zwischen deutschen Frauen und Besatzungssoldaten oder auch als Folge von Vergewaltigungen geboren wurden, noch immer wenig Aufmerksamkeit. Mit »Besatzungskinder. Die vergessene Generation nach 1945«, der ersten umfassenden Publikation zu diesem Thema, leistet Sonya Winterberg einen wichtigen Beitrag zu einer längst überfälligen Debatte.

Neue Lyrikreihe Edition ReVers: Erstübersetzungen von Konstantínos Kaváfis, Wilfred Owen und Wladimir Majakowski (Verlagshaus J. Frank | Berlin; Oktober 14)

Vergessene, verschollene, versteckte oder wiederentdeckte Manuskripte – die neue Reihe »Edition ReVers« präsentiert Lyrik verstorbener Autorinnen und Autoren, die es zu entdecken gilt! In der von Johannes CS Frank, Andrea Schmidt und Dominik Ziller, den drei Verlegern vom Verlagshaus J. Frank | Berlin edierten Reihe, erscheinen außergewöhnliche Stimmen der Lyrik in deutscher Erstveröffentlichung. Im Oktober erscheinen: »Im Verborgenen. Die Hidden Poems von Konstantínos Kaváfis«, übersetzt von Jan Kuhlbrodt und Jorgos Kartakis, illustriert von Anja Nolte; »Die Erbärmlichkeit des Krieges. Gesammelte Gedichte von Wilfred Owen«, übersetzt von Johannes CS Frank, illustriert von Andrea Schmidt und »Der fliegende Proletarier. Ein Langgedicht von Wladmir Majakowski«, übersetzt von Boris Preckwitz, illustriert von Jakob Hinrichs. Die Bände sind durchgehend zweisprachig, fadengeheftet und illustriert.