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November 2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei finden Sie einen ersten Ausblick auf einige der Bücher, die Sie im Frühjahr 2014 erwarten: Zwölf besonders schöne, mitreißende und spannende Bücher aus zwölf Verlagen.

Mit einem freundlichen Gruß von

Kirchner Kommunikation

Andrea Weisbrod: Madame de Pompadour und die Macht der Inszenierung (AvivA Verlag, März 14)

Pünktlich zum 250. Todestag von Madame de Pompadour am 15. April 2014 legt Andrea Weisbrod einen Band vor, der einen neuen Blick auf diese facettenreiche Persönlichkeit bietet. Die Historikerin und Schriftstellerin räumt mit den hartnäckigen Klischees »der Pompadour« als intriganter und verschwendungssüchtiger Geliebten eines schwachen französischen Königs auf und zeigt die Mätresse als geschickte Strategin, die ihre Position am Hof mit wohlüberlegten Kommunikationsstrategien dauerhaft stabilisierte. Anhand von acht Porträts, die Pompadour von den wichtigsten Künstlern ihrer Zeit anfertigen ließ, schildert Weisbrod das bewegte Leben der ersten bürgerlichen Mätresse, die sich zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten ihrer Zeit entwickelte. In ihrer Biografie, die Historie und Kunstgeschichte verknüpft, offenbart Weisbrod die Selbstinszenierung und das Wirken der Pompadour und gibt Einblick in die politischen Machtgefüge der höfischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts.

Norbert Heinrich Holl: Bretonische Tage (Berlin University Press, Februar 14)

Roland reist in die Bretagne, um das Haus seines Großonkels Pascal zu verkaufen. Das alte Haus inmitten eines verwilderten Gartens wird sein Zufluchtsort, ein mögliches Zuhause für den vagabundierenden Reiseschriftsteller. Doch wie die Auster ihr Inneres, verbirgt das Haus ohne Meeresblick ein gut behütetes Familiengeheimnis, dem sich Roland schon sehr bald stellen muss. Unweigerlich wird er in die Vergangenheit des Hauses und seiner Bewohner gezogen und kommt nicht nur der bretonischen Geschichte der Besatzungszeit, sondern auch den Verstrickungen seines Onkels gefährlich nahe …

Uwe Nettelbeck: Der Dolomitenkrieg (Berenberg Verlag, Februar 14)

1915 begann der Krieg zwischen Österreich und Italien – damit wurde der Hochgebirgskrieg geboren. War das Hochgebirge zuvor nur Durchzugsland für Truppen, wurden die Gipfel der Alpen jetzt zu einem wesentlichen Abschnitt der Front. Und zu einem ihrer merkwürdigsten. So lagen sich im Herzen der Dolomiten Gegner auf über 3000 Meter Höhe mitunter jahrelang und nur wenige Meter voneinander entfernt gegenüber, wurden Gipfel wie die Nordwand der Kreilspitze im Zusammenhang mit Waffentransporten erstmals bestiegen, Gletscher wie der Marmolata-Gletscher durchbohrt. Uwe Nettelbecks schmales, fein geschliffenes Stück dokumentarischer Literatur erscheint jetzt, ergänzt um ein Nachwort von Detlev Claussen und mit zahlreichen Fotografien ausgestattet, in lang erwarteter Neuausgabe.

Alper Canıgüz: Die Verwandlung des Hector Berlioz (binooki Verlag, März 14)

Lachen sollen seine Leser, bis ihnen die Tränen kommen, und weinen, bis sie in lautes Gelächter ausbrechen. Im März 2014 erscheint das dritte Buch des türkischen Kultautors Alper Canıgüz auf Deutsch, das den Leser an die Grenzen zwischen Traum und Realität heranführt. »Junger Mann, 25 Jahre, gesund, gute Ausbildung, zwei Fremdsprachen, verkauft Teil seines Lebens zur Sicherung seines restlichen Lebens« – diese Anzeige, die Hector Berlioz beim Sonntagsfrühstück entdeckt, verändert sein Leben. Kurzerhand engagiert der türkischstämmige Französischlehrer den jungen Mann, der hinter dieser Anzeige steckt, um mit dessen Hilfe das Erbe eines Gangsterbosses zu erbeuten. Doch der Computeringenieur Şevket Hakan Tunçel, durch dessen Träume Hector spukt, macht den beiden einen Strich durch die Rechnung: Mithilfe eines Professors für Klinische Psychologie findet er einen Weg in die Welt von Hector und kommt diesem zuvor.

Pat Barker: Tobys Zimmer (Dörlemann Verlag, Februar 14)

Die englische Autorin Pat Barker, ausgezeichnet u. a. mit dem Booker-Preis und dem WELT-Literaturpreis, erzählt in ihrem Roman von Kunst, Trauer und Verlust im Ersten Weltkrieg. Elinor und Toby sind Schwester und Bruder, Freunde und engste Vertraute. Im Jahrhundertsommer des Jahres 1912 verbringen sie eine Nacht gemeinsam in Tobys Zimmer. Dieses Geheimnis begleitet Elinor wenig später an die Slade Acadamy of Arts in London, wo sie Malerei studiert, während Toby im Royal Army Medical Corps in den Schützengräben Frankreichs dient. 1917 wird Toby als »Vermisst, vermutlich gefallen« gemeldet. Elinor stürzt in tiefe Trauer. Sie schließt sich als Assistentin dem Künstler und Chirurgen Henry Tonks an und beginnt für ihn, die zerstörten Gesichter von Soldaten zeichnerisch zu dokumentieren. Denn in Tonks Umfeld erwartet sie, Aufschluss über Tobys Tod zu gewinnen.

Percival Everett: God’s Country (Edition Büchergilde, März 14)

Percival Everetts Roman ist ein Western, der das Genre auf den Kopf stellt. Hauptfigur ist der Trinker, Rassist, Spieler und Möchtegern-Frauenheld Curt Marder, dessen Frau 1871 von Banditen entführt wird. Marder macht sich auf die Suche und engagiert den Afroamerikaner Bubba, den besten Scout im Grenzland. Das ungleiche Gespann von weißem Farmer und schwarzem Fährtenleser macht sich auf, um Rache zu nehmen. »Ein literarischer Quentin Tarantino auf Speed, eine exemplarische Parabel über einen Außenseiter. Kein Wunder, dass Percival Everett in den USA als Kultautor gilt«, so Ilija Trojanow, der Herausgeber des Romans.

Artur Klinau: PARTISANEN oder: Wie Kunst hilft, Belarus aus Belarus zu machen (edition.fotoTAPETA, März 14)

Artur Klinau, geboren 1965 in Minsk, ist weißrussischer Künstler, Schriftsteller und Herausgeber von pARTisan, dem einzigen Magazin für zeitgenössische Kunst in Weißrussland. Im Frühjahr erscheint ein von ihm herausgegebener Essay-Band. Darin erläutert Klinau seine Vorstellungen über die Rolle der Kultur in Weißrussland: Wie steht es um die Nationwerdung in Belarus? Wie versucht pARTisan, eine kulturelle Elite des Landes mit aufzubauen? Und warum gibt es solche Eliten im Land bisher nicht? Welche Rolle spielen kulturelle Eliten bei der Staaten- oder Nationenbildung und bei der Herausbildung einer nationalen Identität; und kann eine Zeitschrift wie pARTisan diese Prozesse anstoßen, unterstützen und begleiten? Ergänzt wird der Essay durch eine Reihe weiterer Texte, die in pARTisan erschienen sind.

Sabina Magnani: Mein Rom ist überall (Europa Verlag Zürich, März 14)

Sabina Magnani verlebt eine italienische Kindheit mit Schweizbesuchen, 1973 besucht sie das erste Mal die DDR, später studiert sie in Westberlin. In »Mein Rom ist überall« erzählt sie die Geschichte ihrer Kindheit und Jugend. Sie berichtet, wie ihr junger Bruder mit Rudi Dutschke diskutiert, wie sie Wolf Biermann dolmetscht, Helmut Berger kennen lernt und wie Willy Brandt am mütterlichen Küchentisch landet. Mit Charme und besonderem Ton erzählt die Autorin von ihrem Rom – das überall, sogar in Berlin zu finden ist.

Eberhard Görner: Walter Jurmann – sein Leben, seine Musik. Mit einem Vorwort von Max Raabe (Henschel Verlag, Mitte Februar 14)

Veronika, der Lenz ist da ist nur einer der vielen bis heute beliebten Schlager, die dem genialen Erfinder von Melodien Walter Jurmann (1903–1971) zu verdanken sind. 1933 verließ er Nazi-Deutschland, um über Paris, wo er ebenfalls zahlreiche Erfolge verbuchen konnte, schließlich dem Ruf nach Hollywood zu folgen. Dort komponierte er z. B. für Kinohits mit den Marx Brothers (Skandal in der Oper), Judy Garland (Everybody Sing!) oder Clark Gable (Meuterei auf der Bounty). Eberhard Görner berichtet von Jurmanns bewegtem Leben, über das der Leser außerdem durch exklusive Interviews mit seiner Witwe Yvonne erfährt.

Yimeng Wu: Paris toujours (kunstanst¡fter verlag, Ende Februar 14)

Die Künstlerin Yimeng Wu hat für den hochwertig ausgestatteten Band »Paris toujours« ihre Lieblingsorte und das Leben in Paris skizziert und ihren Illustrationen französische Chansons an die Seite gestellt. Dieses »Carnet de voyage« ist nicht nur eine bildschöne Hommage an die Stadt an der Seine, sondern mit drei sowohl typographisch als auch haptisch unterschiedlich gestalteten Teilen ein besonderes Erlebnis für Buchliebhaber.

Edward Dolnick: Der Nazi und der Kunstfälscher (Parthas Verlag, März 14)

Edward Dolnick erzählt in »Der Nazi und der Kunstfälscher« die wahre Geschichte des holländischen Kunstfälschers Han van Megeren, der in den 1930er-Jahren zahlreiche Vermeer-Fälschungen u. a. an das renommierte Museum Bojimans van Beuningen und Hermann Göring verkaufte. Als nach Kriegsende der Verkauf an Göring bekannt wird, gerät der Fälscher unter Kollaborationsverdacht und wird des Landesverrats bezichtigt – mit der Todesstrafe konfrontiert, gesteht er den Verkauf einer Fälschung an Göring. Er bekommt die Gelegenheit, im Gefängnis um sein Leben zu malen und als Beweis einen falschen Vermeer herzustellen. Geschickt verwebt Dolnick die Betrugshandlung mit Exkursen zur Zeitgeschichte, detaillierten Schilderungen des Fälscherhandwerks und erhellenden Passagen über die Funktionsweisen des Kunstmarktes.

Artur Domosławski: Ryszard Kapuściński. Leben und Wahrheit eines »Jahrhundertreporters« (Rotbuch Verlag, März 14)

Die erste vollständige und in Polen bei Erscheinen für heftige Debatten sorgende Biographie über den »Jahrhundertreporter« Ryszard Kapuściński erscheint nun endlich auch auf Deutsch. Der Autor Artur Domosławski, einstiger Schüler und Freund Kapuścińskis, zeigt, dass der Wegbereiter der modernen Reportage nicht nur ein herausragender Autor, sondern auch ein genialer Selbstvermarkter war, der einige legendäre Begebenheiten schlichtweg frei erfunden hat.